Geschichte: Anfänge


1914

Das Marionettentheater Münchner Künstler im Casinosaal, Barfüsserplatz, Basel


R. Koelner: "Wie der buntbemalte Kastenwagen dort auf dem Barfüsserplatz stand, ich davor, dahinter, die Geheimnisse zu ergründen suchte, die er in seinem Innern barg, ist in meiner Erinnerung unauslöschlich eingeprägt.

 

Das mehrmalige Erscheinen dieser hochkünstlerischen Bühne von Dr. Paul Brann weckte auch in mir ein Samenkorn. Der Münchner Prinzipal verwehrte mir zwar im dunklen Anzug den Zutritt hinter seine Bühne, dennoch blieb mir die Aufführung ein nachahmenswertes Vorbild.

 

Gespielt wurde Doktor Johannes Faust mit hervorragend gestalteten Marionetten und Bühnenbildern. Der genaue Titel laut Programm und Textbuch hiess: «Das lastervolle Leben und erschröckliche Ende des weltberühmten, jedermänniglich bekannten Ertzzauberers Doctoris Johannis Fausti» (copyright 1914)."


1919 / 1920

Erste Marionette und Tischbühne von Richard Koelner

R. Koelner: "Im elterlichen Garten in Bottmingen fand ich Holz aus Saalweide und schnitzte noch im Bubenalter meine ersten primitiven Marionetten. Anregungen erhielt ich auch als Zuschauer im Nachbarhaus, wo bei festlichen Gelegenheiten in der Verandatür ein «Käsperlitheater» eingebaut oder ein Schattenspiel aufgeführt wurde. Bald waren mir Freund, Schwester und Nachbarskinder Ensemble und Zuschauer bei den ersten Spielversuchen. Meine erste Marionette spielte, mit andern, ähnlich angefertigt, auf der hier gezeichneten Tischbühne, eingerichtet für «Kasperl unter den Wilden», «Der Porträtmaler» aus Poccis Kasperle-Komödien."

Lustige Figur sw (Kasperle), Bild: Masha Roskosny

Handskizze Tischbühne ("Hinter den Kulissen"), 1919



1925

Das Amateurtheater von Richard Koelner

Fotos von "Faust"



ca. 1940 - 1945

Fotos aus dem Privatarchiv Koelner. Mehrere Orte: Der Keller im Hause Koelner in Binningen sowie auch in der "Kunsthalle Basel"



«Um die Entstehung und Entwicklung des Basler Marionetten Theaters richtig zu sehen, muss man sich die Vierzigerjahre vergegenwärtigen, ganz allgemein, aber auch besonders im Blick auf das Puppenspiel in den benachbarten Ländern. Denn gerade in den vom Krieg der Jahre 1939-1945 direkt betroffenen Gebieten lag das Puppentheater gleich andern Zweigen kulturellen und künstlerischen Schaffens darnieder.» (R. Koelner)