Geschichte: Persönlichkeiten


Richard "Ricco" Koelner

(18. Dezember 1904 - 16. Dezember 1993)

Gründer des Basler Marionetten Theaters

Die Anregung zum Marionettenspiel fand Richard Koelner 1919 anlässlich einer Faust-Aufführung des «Marionetten Theaters Münchner Künstler» im alten Casinosaal am Barfüsserplatz. Neben seinem gelernten Beruf als Kaufmann widmete er sein Leben dem Marionettentheater. Zur Gründung des Basler Marionetten Theaters kam es 1943 bei den Vorbereitungen für eine Faustaufführung  zusammen mit seiner Frau Käthi und dem Spieler- und Sprecherensemble Faustina Iselin, Paul Gaiser, Henry Schubert, Max Breitschmid, Fritz und Elsie Baumann-Eidenbenz, Emilie Moebius und Ludwig Eya. Diese Faust-Aufführungen fanden 1944 im Unionssaal der Kunsthalle statt. 1947 gründeten sie den Trägerverein «Gesellschaft des Basler Marionetten Theaters». Richard Koelner war auch Mitbegründer der Vereinigung Schweizer Puppenbühnen (heute UNIMA = Union internationale de la marionnette) und während 23 Jahren in deren Vorstand. 1976 wurde Richard Koelner Ehrenmitglied der UNIMA. 1982 wurden Richard und Käthi Koelner mit dem Kulturpreis ihrer Wohngemeinde Binningen ausgezeichnet. Richard Koelner leitete das Basler Marionetten Theater allein bis 1983. Er schuf ca. 240 Marionetten und Stabfiguren für rund 30 Inszenierungen (Schauspiele, Märchen, Singspiele und Opern).

Bilder: Archiv Basler Marionetten Theater



Käthi Koelner-Schellenberg

(11. Juli 1906 - 27. Januar 1998)

Mitgestalterin

Käthi Koelner–Schellenberg war ausgebildete Hausbeamtin und während 18 Jahren Präsidentin der Hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule in Binningen. Sie heiratete «Ricco» 1931 und war auch Mutter ihrer Kinder Dieter und Ursula. Zuhause wirkte sie als Schneiderin der Kostüme für unzählige

Figuren wie z.B. Triptychon, Goethe im Examen, Turandot, d Mondladäärne, dr Dood im Epfelbaum, Der kleine Prinz usw. Im Theater war sie an der Kasse, an der Garderobe und dann auch hinter den Kulissen am Vorhang und an der Beleuchtung. 



Faustina "Füschtli" Iselin

(19. Oktober 1915 - 13. September 2010)

Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, im BMT Maskenbildnerin und Spielerin.

Zweifellos darf man "s Füschtli" nicht vergessen:

Sie hat viele künstlerische Einflüsse hinter und auf der Bühne hinterlassen. In den Jahren 1948–1956 gestaltete Faustina Iselin die Figuren für die Kurzopern "Bastien und Bastienne", "Die Magd als Herrin", "Das Mädchen von Elizondo", "Abu Hassan", und die Oper "Zaide".


Anekdote: Schürze von Faustina Iselin

Susi Hostettler über Faustina Iselins Schürze, im Juli 2016



Paul Gaiser

(06. April 1913 - 12. März 1983)

Paul Gaiser war Kaufmann und passionierter Laienschauspieler. Er wirkte in verschiedenen Theaterproduktionen und in Hörspielen beim Radio mit. Aufgrund seiner damaligen Theatererfahrung holte ihn Richard Koelner 1943 als einer der ersten Sprecher und als Ensemblemitglied zum BMT. Er verlieh vielen Figuren seine tiefe, sonore Stimme und gestaltete so deren Charakter wie Faust (Faust, Erstinszenierung), Pitje Vogel (Triptychon), Goethe (Goethe im Examen), Bebbi (Mondladäärne),

Gubs (Dr Dood im Epfelbaum) oder Vater Tschubukow (Der Heiratsantrag) und übernahm bis zuletzt unzählige kleinere Rollen. In den ersten zwei Jahrzehnten wurde noch nicht auf Band gesprochen, und so geriet damals das Lispeln des Bürgermeisters im Triptychon in jeder Aufführung  etwas anders.

Paul Gaiser präsidierte die Gesellschaft des Basler Marionetten Theaters 34 Jahre lang von der Gründung 1947 bis 1981.

Bilder: Privatarchiv der Familie Fischer-Gaiser

Tondokument: Aus Triptychon: Pitje Vogel (Paul Gaiser) und Schrobberbeck (Ludwig Eya).

Tondokument 2: Paul Gaiser als Schauspieldirektor.

Tondokument 3: Aus Mondladäärne: Paul Gaiser als Bebbi.



Henry Schubert

(20. Oktober 1924 - 13. Juli 1999)

Mit der Gründung des BMT kam Henry Schubert – damals mit dem Namen Fulham und noch nicht ganz volljährig - als Figurenspieler zum Marionetten Theater. Später nahm er wieder den Namen seines in Deutschland früh verstorbenen Vaters an. Henry Schubert war Kaufmann, Übersetzer (englisch/deutsch), Filmemacher und leitete die Abteilung für Dokumentationsfilme der Firma Sandoz in Basel. Sein Leben lang zog er mit Eleganz und Präzision die Fäden unzähliger Marionettenfiguren und belebte sie. Seltener wirkte er auch als Sprecher oder führte Regie.

Max Breitschmid

(17. August 1911 - 12. November 1970)

Max Breitschmid absolvierte die Kunstgewerbeschule in Berlin und wirkte anschliessend als Grafiker und später als Leiter der Abteilung für Grafik bei der Firma Hoffmann-La Roche in Basel. Für die antiken und griechischen Theater-stücke, inszeniert von Karl Gotthilf Kachler in Augst, schuf er neben seinem Beruf zahlreiche Masken. Diese Theaterarbeit brachte ihn mit Ensemblemitgliedern des BMT in Kontakt. Von 1944 bis 1954 engagierte er sich mit grossem Einsatz als Marionettenspieler. Er gestaltete die damaligen Drucksachen und prägte das Erscheinungsbild des BMT für längere Zeit.



Weitere Portraits folgen...